Das Reipoltskircher Rad- u. Ankerwappen

hat eine lange Tradition mit einer Heraldik

deren Symbole  bereits im 13. Jahrhundert nachweisbar sind

 

 

Das Rad im Hohenfels-Reipoltskircher Wappen

 

Das Rad im Hohenfels-Reipoltskircher Wappen ist in seinem Ursprung auf die Dynasten von  Bolanden zurückzuführen. Diese siegelten bereits 1214 in einem Dreiecksschild über einer Lilie mit dem achtspeichigen Rad. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass das Bolander Rad älter ist als das Mainzer Rad, denn das Mainzer Rad kann erstmals 1238 unter dem Erzbischof Siegfried III. von Eppstein als Doppelrad auf einer Münzprägung nachgewiesen werden. Im Amtssiegel des Mainzer Bischofs erscheint das Rad zu dieser Zeit noch nicht! Das Bolander Rad, das farbgeändert auch von den Seitenlinien Falkenstein, Hohenfels u. Hohenfels-Reipoltskirchen geführt wurde, kann somit  nicht von dem Mainzer Rad abgeleitet werden.

Interessant sind die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Familien Eppstein und Bolanden. Die Reichstruchsesse Werner III. und Philipp III. von Bolanden (Enkel von Werner II.) waren durch ihre Mutter Hildegard, eine Schwester des Erzbischofs Siegfried II. von Eppstein, mit dem einflussreichen Mainzer Erzbischofsgeschlecht verbunden. Die Erzbischofswahl des mit den Bolandern verschwägerten Siegfried II. von Eppstein, Onkel des später nachfolgenden Erzbischofs Siegfried III. v. Eppstein, vollzog sich im Beisein der mächtig gewordenen Reichsdienstmannen von Bolanden. Man saß sozusagen in der ersten Reihe.

Das achtspeichige Rad im Wappenschild der Bolander dokumentiert eine frühe Eigenständigkeit des Reichsministerialengeschlechts. Man kann keinerlei Anlehnung an die von den Staufern geführten Löwen- oder Adlerwappen erkennen. Erstmals ist das Rad durch ein anhängendes Siegel an der Urkunde aus dem Bestand F 7 Gatterer Apparat, Nr. 37 (2), im Landesarchiv Speyer nachweisbar.

Quellen: Volker Rödel in einer Veröffentlichung der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz KRIEGER/RITTER/FREIHERR; Winfried Dotzauer in GESCHICHTE DES NAHE-HUNSRÜCKRAUMES ... .

 

 

 

Der Anker im Hohenfels-Reipoltskircher Wappen

 

 „Das Siegel Philipps I. von Hohenfels wie auch die seiner vier weltlichen Söhne zeigen alle noch das Rad, nur führt der älteste, Philipp II., der Vater der Linie Hohenfels bereits den Anker als Helmschmuck. Sein Sohn Hermann I. zeigt den Anker auch im Schilde. Philipp II., der ältere, war also der erste, bei dem wir den Anker finden. Zweifellos rührt er von seiner Mutter Elisabeth, der ersten Gemahlin seines Vaters“. Quelle: Martin Dolch, „DAS ANKERWAPPEN BEI DEN HERREN VON HOHENFELS“, im Westricher Heimatblatt Bd. 33, 2002, S. 42-43.

Nach den Recherchen von W. Möller ist anzunehmen, dass Elisabeth aus einem der angesehenen Binger am Rhein beheimateten Geschlechter gestammt haben könnte, die den Anker in ihrem Wappen führte. Nach dem Tode von Elisabeths Vater und dem damit verbundenen Aussterben der männlichen Linie wurde das Ankerwappen von Philipp II. von Hohenfels übernommen.

 

 

Möller in STAMMTAFELN WESTDEUTSCHER ADELSGESCHLECHTER IM MITTELALTER Band I. 1922 und Hillebrand in ZUR GENEALOGIE DER HERREN VON BOLANDEN-FALKENSTEIN-HOHENFELS 1905/1906 zeigen unterschiedliche Vorfahren-Linien der Ehefrau Philipps I. von Hohenfels, Elisabeth, die den gestürzten Anker in ihrem Schild väterlicherseits geführt haben soll. Hillebrand sieht die Großmutter Elisabets mit Graf Theobald I. von Bar verheiratet und ein bisher aus Urkunden nicht bekannter Sohn aus dieser Ehe als ihren Vater. Ihr Vater und sie selbst hätten aber nach Hillebrand  Geschwister gehabt, die das Ankerwappen in der Erbfolge weitergegeben hätten. Möller hingegen sieht die Großmutter von Philipps I. Ehefrau als eine geborene von Loos, die in erster Ehe mit dem ankerführenden Binger Adelsgeschlecht verheiratet war und erst in zweiter Ehe mit dem Grafen von Bar zusammenkam. Aus der ersten Ehe folgte auch nach Möller ein in Urkunden nicht nachweisbarer Sohn, der den gestürzten Anker im Wappen führte. Elisbeth, Phlipps I. Ehefrau, war als einzige Hinterbliebene eine Erbtochter, die den Familienbesitz und das Ankerwappen mit in die Ehe gebracht haben soll.

Einigkeit herrscht zwischen Möller und Hillebrand neben dem urkundlich nicht nachweisbaren Vater auch darin, dass Elisabeths Tante Agnes, als eine geborene Gräfin von Bar, mit Friedrich II. Herzog von Lothringen verehelicht war. Hillebrand verweist zudem sehr oft auf die verwandtschaftlichen Beziehungen des Philipp I. von Hohenfels (Philipp IV. von Bolanden) zu den Wildgrafen, Raugrafen, Isenburgern und zu dem Kölner Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg, den er wegen einer gemeinsamen Mutter als Stiefbruder bezeichnete. Philipps I. Mutter, Wildgräfin Beatrix von Kyrburg, soll in zweiter Ehe, nach dem Tod  ihres ersten Mannes, Philipp III. von Bolanden, mit Graf Dietrich I. von Heinsberg und Falkenburg  († 1227) verheiratet gewesen sein.

Am wahrscheinlichsten erscheint wohl derzeit die Theorie von Möller, wenn auch das Adelsgeschlecht der Elisabeth namentlich weiterhin im Dunkel bleibt. Aus der Zeit zu Beginn des 13. Jahrhunderts sind zudem leider nicht alle Wappen überliefert und zugeordnet dokumentiert.

 

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in der angefügten PDF-Datei

 

 

 

 

 

Das silberne Rad auf blauem Grund – eine heraldische Gemeinsamkeit in den Ortswappen von Reipoltskirchen, Rathskirchen, Mommenheim, Waldlaubersheim,

Imsbach, Kalkofen (Pfalz), Hohen-Sülzen u.

Eckelsheim

 

Ein regionalgeschichtlicher Beitrag mit Bezug zu den Herren von Bolanden, Hohenfels u. Hohenfels-Reipoltskirchen
Das Ortswappen von Waldlaubersheim.pdf
PDF-Dokument [748.8 KB]

 

 

 

Die Wappen der Dörfer die einst Bestandteil der Reichsherrschaft Reipoltskirchen waren

und

Landkarte der Reichsherrschaft Reipoltskirchen

aus dem Jahr 1763

 

 

Der gestürzte silberne Anker ist durch das Siegel Konrads von Hohenfels-Reipoltskirchen mit Datum zum 16. Mai 1391 erstmals nachweisbar. Das Siegelwappen zeigte im geteilten mit Kreuzen besäten Feld oben das Rad und unten den Anker. Dieser Anker ist in den Ortswappen einiger Dörfer, die einst zur Reichsherrschaft Reipoltskirchen gehörten, integriert. Bei diesen Dörfern handelt es sich um Reipoltskirchen, Rathskirchen, Seelen und Schönborn.