Die Herren von Hohenfels - Reipoltskirchen

 

Heinrich gilt als Begründer des Hohenfelser Seitenzweigs Herren von Reipoltskirchen. Seine Grabplatte ist in der Abteikirche zu Otterberg erhalten geblieben.

Er war der Sohn des Theoderich von Hohenfels und ein Enkel Philipps I. von Hohenfels ( Ph. IV. v. Bolanden). Beide Vorfahren, Vater und Großvater, nutzten ihre Burg Reichenstein um Rheinzölle einzutreiben, wobei man sich den Unmut der Händler, der Städte, der Kirche und des Hochadels zuzog. Philipp I. war seinerzeit mit großen Machtbefugnissen am Mittelrhein ausgestattet und trug den Titel des Reichskämmerers. Er galt  als einer der mächtigsten, wohlhabendsten und einflussreichsten Männer im Reich.

Der Vater Heinrichs muss das Eintreiben der umstrittenen Rheinzölle mit unveränderter oder sogar gesteigerter Härte fortgeführt haben. Er schätzte allerdings die geänderte politische Situation falsch ein und brachte  den König von Habsburg gegen sich auf, der dem Treiben ein Ende setzen wollte. Die Burgen Reichenstein und Sooneck an den Hängen des Rheintals wurden belagert, ausgehungert, eingenommen und 1282 geschliffen. Die nun fehlenden lukrativen Einnahmen, der Verlust von strategisch wichtigen Burgen und zunehmende machtpolitische Bedeutungslosigkeit hinterließen ihre Spuren. Anstatt den Familienbesitz weiterhin zu vergrößern standen nun öfters Verkäufe von Besitztümern an und gab nachfolgenden Generationen den Anlass als „Raubritter“ tätig zu werden, was wiederum dazu führte, dass nur sieben Jahrzehnte später, im Jahr 1351, auch die Stammburg am Donnersberg zerstört wurde. Es kam wie es kommen musste, die alte Hohenfelser Linie erholte sich von den schwerwiegenden Schicksalsschlägen innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums  nicht mehr und starb Ende des 14. Jahrhunderts im Mannesstamm vollkommen verarmt und gedemütigt aus.

 

Der Seitenzweig Hohenfels-Reipoltskirchen führte nun die Blutlinie der Hohenfelser (Bolander) im Mannesstamm fort.

 

Die verwandte Bolander „Ur-Linie“ erlosch übrigens ebenfalls Ende des 14. Jahrhunderts und die Linie Falkenstein bzw. Falkenstein-Münzberg (ebenfalls ein Bolander Seitenzweig) erlosch in den ersten beiden Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts. Der letzte Nachkomme in der Linie Hohenfels-Reipoltskirchen verstarb zu Beginn des 17. Jahrhunderts mit gravierenden Auswirkungen auf die alte Reichsherrschaft Reipoltskirchen, die sich danach alsbald zum Kondominat wandelte.

 

Aus dem Handeln seiner Vorfahren hatte Heinrich wohl seine Schlüsse
gezogen und führte ein eher ruhigeres Leben mit weniger kriegerischen
Elementen. Seine Neffen in der hohenfelsischen Stammburg am
Donnersberg dagegen traten später wieder in die Fußstapfen ihres
Urgroßvaters und Großonkels.
Heinrich von Hohenfels, Herr zu Reipolts[...]
PDF-Dokument [5.5 MB]

 

 

 

 

 

 

 

Weiteres über die Herren von Hoh.-Reip. ist in Bearbeitung